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Heilbronner Weg | w.news 10.2014

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10.2014 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Heilbronner Weg - Gründung, Finanzierung, Nachfolge • Familie + Beruf • Verlagsjournal wirtschaftinform.de

Incoterms Wichtige

Incoterms Wichtige Unterstützung im Außenhandel Die Internationale Handelskammer gibt seit 1936 standardisierte Handelskaufklauseln, die sogenannten Incoterms, heraus. Durch sie werden B2B-Handelspraktiken in Kaufverträgen dargestellt. VON P HILIPP B AHN Im Wesentlichen beschreiben die Incoterms die Pflichten, Kosten und Gefahren hinsichtlich des Transportes der verkauften Ware unter den Vertragsparteien. Sie regeln hingegen nicht die Höhe des Kaufpreises oder die Zahlungsabwicklung. Die Incoterms werden regelmäßig über ar bei tet, zuletzt 2010. Daher ist es wichtig festzuhalten, welche Fassung gelten soll. Zudem haben Incoterms keine Gesetzeskraft. Sie werden daher nur Vertragsbestandteil, wenn sie in den Vertrag einbezogen werden. Die Klauseln der Incoterms 2010 im Überblick Die Incoterms sind in vier Gruppen unterteilt: E-,F-,Cund D-Klauseln. Dabei stellt die Klausel Ex Works (EXW) für den Exporteur die Mindestverpflichtung dar, für den Importeur hingegen die Maximalverpflichtung. Von der Klausel EXW bis zur Klausel DDP nehmen die Pflichten für den Exporteur stetig zu. Die E-Klauseln Bei der einzigen E-Klausel gehen Kosten und Gefahren ab Bereitstellung der Ware am benannten Ort (in der Regel auf dem Gelände oder im Lager des Verkäufers) auf den Käufer über, ohne dass die Ware zur Ausfuhr freigemacht wurde. Zum Teil wird die Aussage „zur Ausfuhr frei machen“ dahingehend interpretiert, dass der Verkäufer nicht dazu verpflichtet wäre, die Ware bei den Zollbehörden anzumelden. Jedoch handelt es sich bei den Incoterms um eine zivil recht - li che Vereinbarung. Die Vertragspartner müssen zusätzlich das anwendbare europäische und nationale Recht beachten. Hiernach muss der Zollanmelder in der Gemeinschaft ansässig sein. Die Klausel EXW sollte daher nicht verwendet werden, wenn es dem Käufer nicht möglich ist, direkt oder indirekt die Exportformalitäten durchzuführen. Die F-Klauseln In diesen Fällen sollte eine der F-Klauseln verwendet werden, da hier der Verkäufer die Pflicht hat, die Ware zur Ausfuhr frei zu machen und je nach Klausel an einen bestimmten Ort zu liefern. Trotzdem sind die F-Klauseln noch günstig für den Verkäufer, da Kosten- und Gefahrübergang nahe an seiner Sphäre auf den Käufer übergehen. Der Verkäufer liefert die Ware entweder frei an den Frachtführer (FCA), frei an die Längsseite des Schiffes (FAS) oder frei an Bord (FOB). „Frei“ bedeutet, dass der Verkäufer die Kosten und Gefahren der Anlieferung bis zu diesem benannten Punkt zu tragen hat. Die Kosten des Haupttransports hat der Käufer zu tragen. Das kann jedoch

GELD + MÄRKTE durchaus in seinem Interesse liegen, da er hierdurch die Auswahl der Transportmittel bestimmen kann. Es verhindert vielmehr nicht die Möglichkeit einer Zusatzvereinbarung mit dem Verkäufer, wonach dieser sich um die Beauftragung des Transports kümmert, solange sicher gestellt ist, dass der Käufer die Kosten trägt. Die Klauseln FAS und FOB können nur für den See- oder Binnenschiffstransport verwendet werden. Soll die Ware „nur“ dem Frachtführer zur anschließenden Verladung auf das Schiff übergeben werden, eignet sich FCA. Die C-Klauseln Auch die Klauseln der C- Gruppe betreffen den Haupttransport, jedoch hat unter ihnen der Verkäufer die Kosten zu tragen. Die Gefahr geht jedoch bereits mit der Über - gabe der Ware an den Frachtführer des Haupttransports auf den Käufer über. Lieferund Bestimmungsort fallen also auseinander, weshalb die Gruppe auch „Zweipunkte klau - sel“ oder „Absendeverträge“ genannt wird. Je nach Klausel zahlt der Verkäufer: æ entweder nur Kosten und Fracht (CFR) bis zum benannten Bestimmungshafen, æ oder Kosten, Versicherung und Fracht (CIF) bis zum benannten Bestimmungshafen, æ unter CPT (frachtfrei) übernimmt der Verkäufer die Bezahlung des Haupttransportes sogar bis zu einem benannten Bestimmungsort, æ sowie unter CIP (frachtfrei versichert) zusätzlich die Versicherungsprämie. Folglich sollte mit Wahl einer C-Klausel zusätzlich der Ort genannt werden, bis zu dem der Verkäufer die Beförderungskosten zu bezahlen hat. Gleichwohl kann der Verkäufer ein Interesse am Einsatz einer C-Klausel haben, wenn er den Transport günstiger in Auftrag geben kann. Die D-Klauseln Die D-Klauseln unterscheiden sich wesentlich von den C-Klauseln, da für die Ankunft der Ware der Verkäufer verantwortlich ist, das heißt dieser trägt alle Kosten und Risiken bis zum Eintreffen der Ware an dem benannten Bestimmungsort (sogenannte Ankunftsklauseln). So bedeutet DAT (delivered at terminal), dass die Ware im benannten Terminal abgeladen und zur Verfügung des Käufers gestellt wurde. Soll die Ware noch zu einem anderen Ort geliefert werden, empfiehlt sich die Verwendung der Klauseln DAP (delivered at place oder geliefert benannter Ort) oder DDP (delivered duty paid). Die Klausel DDP bedeutet „geliefert verzollt“ und stellt die Maximalverpflichtung für den Verkäufer dar. Spiegelbildlich zu EXW sollte DDP nicht bei Lieferungen in Länder verwendet werden, bei denen es dem Verkäufer nicht möglich ist, die Einfuhrbewilligung zu beschaffen. In diesen Fällen sollte DAP oder DAT verwendet werden. OKTOBER 2014 w.news 35

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